Aquaristik Ratgeber

Herzlich willkommen auf meinem Aquaristik Ratgeber.

Ich hoffe ich kann ihnen hier sämtliche Informationen vermitteln, die man für eine erfolgreiche und möglichst artgerechte Haltung von Aquarienfischen benötigt.

Leider neigen Hobbyaquarianer sehr häufig dazu, unüberlegt los zu fahren und sich alles zusammen zu kaufen, was ihnen in den Sinn kommt. So ergeben sich Konstellationen, die für unsere geliebten Aquarienfische nicht nur zur Folter werden können, nein auch der Tod ist ein häufiger Begleiter von unüberlegten Handlungen.


Ein Vorwort zu meiner Person

Mein Name ist Gregory Horchler und ich bin seit meiner frühsten Kindheit ein begeisterter Aquarianer und Fischliebhaber. So habe ich mein erstes Gesellschaftsbecken bereits in jungen Jahren gepflegt und stets die Nähe zum Fisch gesucht.  Mit 12 Jahren habe ich bereits meinen Angelschein absolviert und war stets sehr Fischinteressiert. So mussten meine Eltern bei jedem Einkauf einen Abstecher in die nahegelegene Zoohandlung machen.

Heute pflege ich verschiedene L-Welse , einige seltene Guppy Varianten und auch vereinzelt andere Fische.

Ich erhoffe mir mit meiner Niederschrift einigen Aquaristikanfängern einen Leitfaden an die Hand zu geben, mit dem sie erfolgreich ihr Hobby-Aquaristik starten können.


Was benötigt ein erfolgreiches Aquarium?

Um ein Aquarium erfolgreich betreiben zu können, benötigt es gar nicht so viel, wie viele Hersteller sich gerne wünschen und auch gerne kundtun. Hier mal eine kleine Übersicht für ein Süsswasseraquarium.

Musthave Aquarientechnik:

  • Glasbecken – Optimal um die Fische zu beobachten.
  • Filterung
  • Heizung – (Vorausgesetzt es handelt sich beim Fischbesatz um Tiere die wärmeres Wasser als Zimmertemperatur benötigen)
  • Thermometer – nützlich zur dauerhaften Kontrolle der Temperatur

Nice to have Aquarientechnik:

  • Bodengrund – Wird überwiegend in Aquarien benutzt die in Wohnräumen stehen und auch für das Auge etwas bieten müssen.
  • Aquarienabdeckung – Verringert die Wasserkondensierung enorm und trägt zur Isolierung bei.
  • PH-Meter – Hilft einen Überblick über die Einflüsse verschiedener Wirkungen auf den PH-Wert zu bekommen. ( Wasserwechsel, Mangel von Karbonathärte, Huminstoffe).
  • Leitwertmessgerät – Mit diesem Gerät lässt sich die elektrische Leitfähigkeit des Wassers messen. Die Leitfähigkeit wird entschieden durch den Salzgehalt im Wasser beeinflusst.

Was kostet ein Aquarium?

Nun diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da es extreme Unterschiede gibt. So kommt es auf verschiedenste Faktoren an.

Kleine Aquarien mit geringer Filterung ohne Heizung können sehr sparsam sein. Andersrum kann ein sehr großes Becken mit intensiver Filterung und hohen Temperaturen wie es bspw. Diskus benötigen, enorme Kosten verursachen.

Falls Sie Kosten vermeiden wollen, mein Rat :

Messen Sie ihr Ausgangswasser aus der Leitung genau durch und suchen sie einen passenden Fischbesatz passend zu ihren Wasserwerten. So vermeiden sie Wasserpanscherei und die Kosten für entsprechende wasseraufbereitende Anlagen.

Die höchsten Kosten verursacht der Heizstab. Überlegen Sie sich also gut ob es unbedingt ein Fisch sein muss, der Temperaturen oberhalb der 28°C benötigt.

Was kostet die Technik eines Aquariums?

Auch im Bereich der Technik gibt es enorme Unterschiede. Aber auch hier sollte man sich fragen, ob es nicht auch vielleicht der simple Do it yourself -Hamburger Mattenfilter tut. Betreibt man diesen noch über einen Luftheber, so lassen sich auf Dauer auch die laufenden Kosten auf einem angenehm niedrigen Niveau halten.

Der Effekt skaliert umso mehr wenn mehrere Aquarien im Einsatz sind. Eine große Membranpumpe kann eine ganze Reihe von Aquarien mit der nötigen Luft versorgen und benötigt zeitgleich relativ wenig Strom. Diese Art der Aquarienfilterung wird sehr häufig in großen Zuchtanlagen aber auch in Zoohandlungen genutzt.

Der Einsatz im Hobbykeller kann sich allerdings genau so lohnen. Ein weiterer Vorteil eines Hamburger Mattenfilter liegt in seiner sehr langen Standzeit bis zum nächsten Reinigungsintervall.

Am Heizstab wiederum  sollte nicht unbedingt gespart werden, da diese gerne mal zu Fehlfunktionen neigen und es dann in einer Katastrophe enden kann. Stichwort: Fischsuppe.


Neues Aquarium einfahren

Dieses Thema ist eines der am meisten diskutierten Themen im Bereich der Aquaristik. Nahezu jeder Aquaristikeinsteiger wird irgendwann damit in Verbindung gebracht.

Dabei ist es nicht annähernd so kompliziert wie gerne behauptet wird. In den meisten Zoohandlungen wird gerne dazu geraten die Becken wochenlang ohne Besatz einzufahren.  Diese Aussage ist nicht ganz richtig aber auch nicht ganz falsch.

Warum muss ein Aquarium eingefahren werden?

In einem Aquarium werden biologische Prozesse benötigt um den Abbau von anfallenden Belastungsstoffen gewährleisten zu können. In das Becken gebrachte Nahrung und Ausscheidungen aber auch abgestorbene Organismen belasten das Wasser.

Durch diese Belastung entsteht zunehmend ein Stoff namens Nitrit, und dieser Stoff ist für Fische und viele andere Unterwasserlebewesen in seiner Reinform ab einem gewissen Grad sehr gefährlich.

Die Umwandlung des Stoffes Nitrit  in den Stoff Nitrat übernehmen die wichtigen Bakterienkulturen die erst mit der Zeit entstehen. Um eine schnelle Vermehrung der Bakterien zu begünstigen ist es ratsam eine gewisse Belastung immer wieder ins Wasser einzubringen, denn die Bakterien benötigen genauso Nährboden wie Sauerstoff um sich optimal zu verbreiten.

Nitrat ist im Gegensatz zu Nitrit nur in sehr hohen Mengen bedeutend schädlich für Fische. Und daher erklärt sich von selber warum es so wichtig ist ein Becken kontrolliert einzufahren ehe der große Fischbesatz eingesetzt wird.

Wie lässt sich ein Aquarium schnell einfahren?

Nun die einfachste Methode ist das animpfen mit bestehenden Bakterien. Diese kann man sich in jedem eingelaufenem Aquarium sehr leicht beschaffen. Hier für genügt bereits eine ordentliche Portion an Filtermulm oder Schmutz aus dem Aquariensand/Kies. Fragen Sie hierfür einfach einen befreundeten Aquarianer oder den freundlichen Besitzer vom Zoofachgeschäft.

Ein großes Einmachglas voll Dreck reicht bereits aus um ein Aquarium ordentlich anzuimpfen. Versuchen Sie die Bakterien nur möglichst schnell zu transportieren da diese genauso Sauerstoff benötigen und nur eine begrenzte Zeit im Glas überleben würden.

Kann ich das Aquarium direkt danach mit Fischen besetzen?

Grundsätzlich ist das möglich und ich mache das bei meinen Aquarien auch so, doch sollte man anfangs nicht übertreiben und direkt große Mengen an Fischen einsetzen, da dann die Bakterien anfangs noch überfordert wären.

Füttern sie die ersten Wochen also etwas spärlicher und machen sie alle paar Tage einen Wasserwechsel ohne dabei den Mulm wieder ab zu saugen.

Behalten sie ihre Fische dabei im Auge, merken sie Veränderungen wie ein schnappen nach Luft oder panische Fische, sollten sie sofort einen sehr großzügigen Wasserwechsel von 80% machen ohne die Temperatur besonders stark schwanken zu lassen.

Zur Vereinfachung können sie den Nitritwert regelmäßig messen und sind dann auf der sicheren Seite.

Ich habe diese Methode bereits in vielen Becken benutzt und hatte nahezu nie Probleme damit. Allerdings bekommen meine Fische generell in der ersten Zeit 2-3 Wasserwechsel die Woche und somit kann kein besonders hoher Nitritpeak entstehen.